Die Zukunft kommt näher

Von Andreas Bürgi zu Adrian Bürgi

Regionalillu

Stadtammann Daniel Moser, Ruth Bürgi, Regierungsrat Roland Brogli und Firmengründer Clemenz Jost verfolgen die Ausführungen von Andreas Bürgi zur Stabübergabe an Sohn Adrian Bürgi.



(rb) - 250 Beschäftigte zählen die inhabergeführten Jost-Firmen, die aus dem Einmannbetrieb von Clemenz Jost in den letzten sechs Jahrzehnten entstanden sind. Sie erzielten 2009 einen Umsatz von rund 34 Mio. Fr. und haben ihre Kernkompetenzen in den Bereichen Elektroanlagen, Telematik und Automation. Seit 52 Jahren ist Andreas Bürgi dabei, davon 30 Jahre in der Geschäftsleitung als Mithinhaber und als Inhaber. Nun hat er im Beisein von Regierungsrat Roland Brogli und weiterer Gäste seinem Sohn Adrian Bürgi die Führung übertragen.


Dieser hat 1981 mit der Lehre bei Jost begonnen, wurde Schweizer Lehrlingsmeister und sechster an den internationalen Meisterschaften in Australien. 1989 trat er in die Jost Baden AG ein, machte 1993 die Meisterprüfung und absolvierte ab 2001 ein Management-Nachdiplomstudium.
Er erklärte der grossen Jost-Mitarbeiter-Festgemeinde, dass er sich riesig auf die neue Führungsaufgabe freue, aber doch die 20 Jahre Baden nicht einfach so vergessen könne. Vor ihm hatte Pegierungsrat Roland Brogli die kleinen und mittleren Unternehmen wie die Jost AG als das Rückgrat des Aargaus bezeichnet. Dass der Aargau vergleichsweise gut dastehe in diesen Krisenzeiten, sei eben solchen KMUs wie der Jost AG zu verdanken. «Geht es der Wirtschaft gut, geht es auch dem Staat gut», schloss der Magistrat, der sich bei Andreas Bürgi für sein grosses Engagement bedankte.
Firmengründer Clemenz Jost – er feierte am 1. Mai seinen Achzigsten – freute sich darüber, dass Adrian Bürgi sich bereit erklärte, die grosse Verantwortung vom Vater zu übernehmen und den Betrieb (eigentlich in dritter Generation) weiterführen wolle. Seinem Nachfolger Andreas Bürgi gab er die Aargauer Fahne zurück, die ihm dieser vor 15 Jahren bei der Feier zur Übergabe geschenkt hatte. «Jetzt kannst Du sie Dir zuhause auf den Schreibtisch stellen und sie hüten, bis die vierte Generation dran ist und Du sie an Adrian weiterreichen wirst».
 
Innovationskraft erhalten
Andreas Bürgi wählte für seine Rede ein Zitat aus einem Zeitgeist-Magazin. «Die Zukunft kommt näher», habe dort gestanden. «Was auf den ersten Blick sehr philosophisch erscheint, nimmt nun plötzlich konkrete Formen an, wenn ich es auf mich beziehe. Das betrifft meinen Rückzug». Für ihn bedeute das eine geruhsamere Zeit, für die Firma Jost in Baden, Brugg und Olten heisse die Zukunft nun Adrian Bürgi, dem er mit grossem Stolz die Verantwortung übergebe. In seinen Ausführungen erwähnte er seinen Lehrmeister und Mentor Clemenz Jost, von dem er nicht bloss handwerkliches Können, sondern vor allem unternehmerisches und unternehmer-ethisches Denken und Handeln gelernt habe.
«Das bedeutet, Verantwortung mit aller Konsequenz zu übernehmen, Chancen zu erkennen und nicht zu bequem zu sein, sie auch umzusetzen». Man müsse aber auch vorausschauen, sich die Innovationskraft erhalten und wissen, dass man nicht zum Staat laufen könne wie Manager von Grossunternehmen. Für KMU-Unternehmer gelte der Spruch «Hilf dir selbst, so hilft dir Gott».
Die Kommandoübergabe wurde, wie bei «Jost» üblich mit allen Angestellten, mit Kind und Kegel, gefeiert. Der Devise «es gibt eine Zeit zum Feiern und eine zum Arbeiten» wurde gebührend nachgelebt.

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