Leben erleben am Aareufer

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«Mülimatt-Trilogie»: Die Verantwortlichen von Kanton und Pro Natura sowie Hanspeter Scheiwiler (auf der Leiter) beim Stieleichen-Pflanzakt – damit ist die «Mülimatt-Trilogie» vollendet: Nach dem Aaresteg und der Mülimatt-Turnhalle ist nun also auch das mit ihr einhergehende Projekt der Schaffung von ökologischer Ausgleichsfläche eingeweiht worden.



Projektleiter Ulysses Witzig erklärt: «Mit der Zeit werden sich hier Schilf und Rohrkolben, auch Kanonenputzer genannt, ausbreiten. Dann ist die Zeit für die Wasserbüffel gekommen. Die behäbigen Wiederkäuer mit den grossen Hörnern werden das Schilf abgrasen und so die Tümpel freihalten.» Am Bahndamm weiden bereits Ziegen und in östlicher Richtung, dort, wo früher geackert wurde, entsteht eine Rinderweide. Der ganze Raum wird fortan, von den selben Bauern wie bisher, extensiv bewirtschaftet.
 
Verwurzelt in der Mülimatt
Dass die Tiere, ob Wasserbüffel, Rinder oder Ziegen, jeweils zur richtigen Zeit vor Ort sind, dafür schaut künftig der Weideverantwortliche von pro Natura, Urs Somalvico. «Viele Leute aus der Umgebung sind in das Projekt eingebunden. Diese Landschaft soll ein offener Raum für alle sein und mit Mensch, Tier und Pflanzen zu einer Einheit entwickeln.»
Kürzlich haben Leute vom Quartierverein Bäume gepflanzt: Sommerlinden, Feldahorn, Silberweiden, Silberpappeln und sogar eine besondere Rarität, die vom Aussterben bedrohte Schwarzpappel. Anlässlich der Einweihung des Naturerlebnisraumes pflanzten die Verantwortlichen von Kanton und Pro Natura gemeinsam mit Gemeindeammann Hanspeter Scheiwiler, Windisch, eine Stieleiche. Mit kräftigen Hammerschlägen setzte der Ammann einen Pfahl mit Inschrift «verwurzelt in der Mülimatt» zum jungen Baum.
 
Lernen von den Indianern
Die Federführung des Projekts oblag dem kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). «Die Nachfrage nach solchen Erholungsräumen im Siedlungsraum ist im Steigen begriffen. So wie hier in der Mülimatt die Umsetzung erfolgte, ist ziemlich neu. In diesem Sinne ist dies ein Vorzeigeobjekt», so André Stapfer, Sektionsleiter Natur und Landschaft im BVU. Johannes Jenny, Geschäftsführer Pro Natura Aargau, meinte: «Es war nicht einfach, mit allen den Rank zu finden, denn es waren sehr viele Partner und Projektträger beteiligt. Eigentlich ist es ein richtiges Indianerprojekt: All die verschiedenen Nutzungen gehören zusammen, sind in Einklang, man lebt mit ihnen und von ihnen, trägt Sorge zu jeder einzelnen.»

 

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