Vom Zahn der (Eis-)Zeit

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Patrick Zehnder, Leiter Arbeitsgruppe «Sammlung und Archiv», hier mit einem der Mammut-Backenzähne, freut sich auf die Rückkehr des Stosszahns (im Hintergrund eine alte Birmenstorfer Vereinsfahne).



«Wir erhielten den Hinweis, dass der Stosszahn in Baden nicht mehr ausgestellt sei», so Patrick Zehnder. Da in Birmenstorf bereits Mammut-Backenzähne vom gleichen Fundort lagern, setzte er sich mit der Leiterin des historischen Museums, Barbara Welter, in Verbindung. «In Fachkreisen ist man grundsätzlich bestrebt, die Teile eines Fundes möglichst beisammen zu lassen», weiss Patrick Zehnder. Im Einvernehmen mit der Kantonsarchäologie zeichnet sich deshalb eine Rückführung des 2,4 Meter langen, konservierten Elfenbein-Stosszahnes in die Fundortgemeinde Birmenstorf ab. Die Schulterhöhe eines erwachsenen Mammuts erreichte je nach Art zwischen drei bis vier Meter. Der Durchmesser des gefundenen Stosszahnes beträgt 15 Zentimeter.
 
Fachgerechte Aufbewahrung an erster Stelle
«Zuerst wird nun der Archäologe des Historischen Museums Baden, Kurt Zubler, bei uns vorbeikommen.» Dies um zu beurteilen, ob sich die Beherbergung im Schulhauskeller, dort, wo bereits ein Teil der Birmenstorfer Vergangenheit in Form von sorgfältig katalogisierten Gegenständen lagert, eignet. Patrick Zehnder: «Es geht ja darum, den Zahn fach- und sachgerecht zu bewahren. Zu vermeiden sind sicher Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. Ich bin aber zuversichtlich, dass das bei uns kein Problem ist. Wenn alles klappt, sollte der Zahn noch vor Ende Jahr in Birmenstorf eintreffen.»
 
«Diese Welt ist endgültig verschwunden»
Ein Ortsmuseum steht in Birmenstorf momentan nicht zur Diskussion. Dennoch: Schon vor Gründung der Arbeitsgruppe im Jahr 2003 hat Max Rudolf, Verfasser der Dorfgeschichte, Gegenstände aus dem bäuerlichen Leben im Dorf zusammengetragen. Bis heute ist diese Sammlung auf 1’063 Objekte angewachsen.
Noch dieses Jahr, voraussichtlich von Juli bis Oktober, sollen in Form einer Ausstellung die Errungenschaften aus den Bereichen Feuer, Wasser und Strom der Bevölkerung gezeigt werden. Heute reicht die Palette des gesammelten Materials vom Güllenwagen bis zu Vereinsfahnen, vom Soldantenputzzeug über die Bandsäge bis hin zu gewerblichen Produkten «made in Birmenstorf». «Wir sind uns zuwenig bewusst, dass diese Welt, wie sie noch vor 50, 70, 90 Jahren war, endgültig verschwunden ist», meint Patrick Zehnder nachdenklich.
 
Birmenstorfer-Produkte: Cito und Birmo
Eine interessante Entdeckung war für Patrick Zehnder das auf Buchenholzbasis hergestellte Handwaschmittel «Cito» (lat. für schnell). Auch das Bitterwasser «Birmo», das bei allen möglichen Beschwerden Linderung versprach, war einst in Birmenstorf fabri-ziert worden. «Für Birmo wurde hier ein Gestein abgebaut und in grosse Wasserbassins eingelegt. Nachdem das Wasser die Bittersalze aufgenommen hatte, wurde es in Flaschen abgefüllt und verkauft», erklärt Patrick Zehnder und ist stolz, dass ein Original-Holzharass inklusive Birmoflaschen der Sammlung zugegangen ist.

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