Jägerstübli wird Asylunterkunft

Stephan Müller, Leiter Fachbereich Unterbringung und Betreuung Asylwesen beim Kanton, lobt die gute Zusammenarbeit mit den Brugger Behörden. Bezüglich Kontingents erfülle Brugg seine Pflicht bereits heute, so Stephan Müller. «Wir befinden uns jedoch in einer absoluten Notsituation. Jede Liegenschaft, die irgendwie in Frage kommen könnte, wird auf die Möglichkeit hin überprüft, ob Asylsuchende darin untergebracht werden können.»
Nur wenige bauliche Anpassungen nötig
Seit rund drei Jahren steht die Liegenschaft an der Zurzacherstrasse 233, das ehemalige Restaurant Jägerstübli, leer. Das Gebäude kann mit minimalen Anpassungen beim Innenausbau innert kurzer Zeit für die Asylsuchenden bereitgestellt werden. Im Wesentlichen erfolgt der Einbau zusätzlicher Duschen/WC’s und Waschmaschinen. Die Investitionen dafür belaufen sich auf rund 15'000 Franken. Die fünf geräumigen Zimmer im Obergeschoss und die zwei Zimmer im Erdgeschoss könnten dann von bis zu 40 Personen bewohnt werden.
Geeignete Unterkunft für Einzelpersonen
Aus welchen Herkunftsländern die Asyl-suchenden stammen werden, die nach Brugg-Lauffohr kommen, ist laut Stephan Müller noch nicht bestimmt. Doch die Unterkunft eignet sich gut für die Unterbringung von Einzelpersonen – und für solche ist auch dringend Platz gesucht. «Wir sind im Gespräch mit der Stadt Brugg und werden die Bevölkerung zu gegebener Zeit informieren und das offene Gespräch suchen», verspricht Stephan Müller.
Das Jägerstübli mit stolzer Vergangenheit
Das Restaurant Jägerstübli in Brugg-Lauffohr war einst bekannt für seine gutbürgerliche Küche und beliebt bei Handwerkern und Chauffeuren. Vereine nutzten das Säli und man traf sich zum Kegeln. Die Eigentümer Hannelore und Josef Jenni haben 44 Jahre lang im Jägerstübli gewirtet, bis sie aus gesundheitlichen Gründen schliessen mussten.
Im Jahr 2009 war geplant, das Jägerstübli – nachdem es bereits seit geraumer Zeit geschlossen war – abzureissen. An seiner Stelle sollte ein Denner-Fachmarkt gebaut werden. Aus diesen Plänen ist offenbar nichts geworden. In der weiteren Zukunft sind jedoch noch immer ein Abbruch und eine neue Überbauung geplant. Dieses Vorhaben dürfte dereinst aber unter der Federführung der Immobilienfirma Tinoph AG, Baden-Dättwil, abgewickelt werden, die neue Besitzerin der Liegenschaft ist. Das Bauvorhaben für die Umnutzung als Asylunterkunft liegt noch bis 16. März auf dem Stadtbauamt Brugg öffentlich auf.






